Lidderbuch

F05 - Über den Wolken

Wind Nord/Ost, Startbahn null-drei,
bis hier hör' ich die Motoren.
Wie ein Pfeil zieht sie vorbei,
und es dröhnt in meinen Ohren,
und der nasse Asphalt bebt,
wie ein Schleier staubt der Regen.
Bis sie abhebt und sie schwebt,
der Sonne entgegen.

Über den Wolken,
muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.
Alle Ängste, alle Sorgen,
sagt man,
blieben darunter verborgen,
und dann,
würde was uns groß und wichtig erscheint,
plötzlich nichtig und klein.

Ich seh ihr noch lange nach,
seh sie die Wolken erklimmen,
bis die Lichter nach und nach,
ganz im Regengrau verschwimmen.
Meine Augen haben schon,
jenen winzigen Punkt verloren,
nur von fern klingt monoton,
das Summen der Motoren.

Über den Wolken,
muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.
Alle Ängste, alle Sorgen,
sagt man,
blieben darunter verborgen,
und dann,
würde was uns groß und wichtig erscheint,
plötzlich nichtig und klein.

Dann ist alles still, ich geh',
regen durchdringt meine Jacke.
Irgendjemand kocht Kaffee,
in der Luftaufsichtsbaracke.
In den Pfützen schwimmt Benzin,
schillernd wie ein Regenbogen,
Wolken spiegeln sich darin,
ich wär' gern mitgeflogen.

Über den Wolken,
muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.
Alle Ängste, alle Sorgen,
sagt man,
blieben darunter verborgen,
und dann,
würde was uns groß und wichtig erscheint,
plötzlich nichtig und klein.


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